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Geschäftsführer. Dipl.-Ing. Stefan Pfeifer leitet die Procter & Gamble-Agenden in Österreich.
Geschäftsführer. Dipl.-Ing. Stefan Pfeifer leitet die Procter & Gamble-Agenden in Österreich.
© P&G

Der Verbraucher ist der Boss

02.10.2009

Das Schlagwort „die Krise als Chance“ nimmt das Unternehmen sehr ernst: Innovationskraft und Kommunikation mit Handel und Konsumenten werden verstärkt hochgefahren.

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Procter & Gamble (P&G) ist in Österreich im letzten Geschäftsjahr in allen Kategorien gewachsen, obwohl international ein Rückgang zu verzeichnen war. Innovative Marken und motivierte Mitarbeiter sind die Grundlagen für den Erfolg des Unternehmens. Ziel ist es, Markenprodukte und Dienstleistungen von überlegener Qualität und hohem Nutzwert anzubieten, um das Leben der Verbraucher zu verbessern, denn der Verbraucher ist der Boss.

In Wien ist P&G mit 100 Mitarbeitern vertreten, deren Führung Stefan Pfeifer vor rund einem Jahr übernommen hat. Er selbst startete seine Karriere vor 14 Jahren bei P&G und war zuletzt als Leiter des Bereichs Market Strategy für Deutschland, Österreich und Schweiz tätig. Der Umgang mit Mitarbeitern liegt dem us-amerikanischen Konzern sehr am Herzen. Man versucht, die persönlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter durch eine Vielzahl von Ini­tiativen intensiv und individuell zu fördern. Einige Beispiele sind: Chancengleichheit oder ein umfassendes Diversity-Programm.

Österreich ist Spitzenreiter
Gerade die österreichische Niederlassung zeigt Vorbildwirkung. Gemäß der aktuellen, international durchgeführten betriebsinternen Mitarbeiterumfrage belegt die Wiener P&G-Niederlassung im Durchschnitt das beste Umfrageergebnis in Westeuropa. In den Jahren 2006 und 2007 wurde P&G von seinen Mitarbeitern und vom Institut ­„Great Place to Work“ als „Bester Arbeitgeber Österreichs“ ausgezeichnet. Einige Beispiele: Auf Wunsch der Mitarbeiter wurde der Empfangsbereich in einen gemütlichen Kommunikations- und Pausenbereich im „Wiener Kaffeehaus“-Stil umgestaltet. Obst, Mineralwasser, Kaffee und Tee stehen den Mitarbeitern kostenlos zur Verfügung und eine Massagemöglichkeit besteht 2mal pro Woche. Die Handelszeitung bat den neuen Geschäftsführer Stefan Pfeifer um ein Gespräch.

Handelszeitung: Wie entwickelt sich Procter & Gamble in Österreich?
Stefan Pfeifer: Wir konnten unser letztes Geschäftsjahr mit einem Umsatzanstieg von 3% für das klassische P&G-Geschäft abschließen, was für die österreichische Organisation eine zufriedenstellende Entwicklung aufzeigt. Das Wachstum kommt aus nahezu allen Kategorien und Marken und zeigt, dass unsere Anstrengungen wirken, trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes. Wir wachsen aufgrund von Innovationen, dem Fokus auf Premiumprodukten und stärkerer Kommunikation.
Im diesjährigen Geschäftsergebnis der P&G Austria GmbH wird darüber hinaus erstmalig die Integration des Wella-Professional-Bereichs reflektiert. Gesteuert wird die Wella-Professional-Sparte aber weiterhin aus Linz.

Haben Sie in Ihrem Bereich stark mit den Eigenmarken des Handels zu kämpfen?
In allen Kategorien, in denen wir mit unseren Markenprodukten vertreten sind, werden Eigenmarken angeboten. Im vergangen Jahr haben wir unsere positiven Geschäftsergebnisse mit Innovationen und durch Marketingpläne erreicht, die noch mehr Konsumenten erreicht haben. Es ist uns damit gelungen, Marktanteile auszubauen. In vielen Kategorien hat diese Strategie aber auch zu einem Wachstum bzw. wertmäßigen Ausbau der Kategorie geführt. Eines der besten Beispiele hierfür ist sicherlich die Mundpflegekategorie. Unser Fokus auf Premiumprodukte und Innovationen im manuellen und im elektrischen Bereich führten zu einem Wachstum des kompletten Marktes.

In wirtschaftlich turbulenten Zeiten heißt es, dass Konsumenten vermehrt zu Mass Market Kosmetika greifen? Sehen Sie diesen Effekt ebenso?
Da die Marken Olaz und Max Factor by Ellen Betrix nicht mehr von uns aus Wien vertrieben werden, sondern aus der Schweiz, steht uns die Beantwortung dieser Frage nicht zu. Erlauben Sie uns aber, die Frage etwas breiter zu formulieren bzw. zu beantworten: Im vergangenen Jahr haben wir unseren Fokus auf Premiumprodukte und Ini­tiativen fortgesetzt. Ein wichtiger Erfolgsfaktor hierbei war, dass wir zum einen mit unseren Marketingprogrammen mehr Konsumenten erreicht haben und zum anderen gemeinsam mit unseren Handelspartnern Pläne entwickelt haben, den Konsumenten zu erreichen. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Strategie auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten arbeitet. Das Beispiel Mundpflege hatte ich bereits genannt. Es gibt aber auch erfolgreiche Beispiele wie die Einführung von Ariel Excel Gel, das dem Konsumenten eine noch bessere Waschleistung in noch kompakterer Form liefert, oder unser Fokus auf Gillette Fusion.

Welche Bereiche sind auf der Überholspur?
Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr eine positive Entwicklung auf nahezu allen unseren wichtigen Marken und Kategorien gesehen. Und es ist gelungen, unsere Pläne optimal auf den hiesigen Markt anzupassen und mit unseren Handelspartnern umzusetzen.

Welche Neuigkeiten haben Sie im Köcher?
Wir werden die Strategie des vergangenen Geschäftsjahres fortsetzen und werden daher wieder in Innovationen und starke Marketingpläne investieren. Aktuelle Schwerpunkte setzen wir beispielsweise durch die neuen Ariel-Fleckentferner, den Ausbau des Mundpflege-Premium-Segments hinter der neuen „blend-a-med Pro Expert“-Linie, der neuen Gilette Pflegeserie für Männer und mit den neuen „Pantene Pro-V Nature Fusion“-Produkten. In den letzten Monaten haben wir mehr Innovationen als zuvor gebracht, und diesen Kurs wollen wir auch für die nächsten Monate beibehalten.

Wie würden Sie die derzeitige Zusammenarbeit mit dem Handel bezeichnen?
Die Zusammenarbeit mit dem Handel ist sehr konstruktiv und auf den gemeinsamen Ausbau des Geschäfts ausgerichtet. Die Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern bleibt nicht bei Verhandlungen stehen, sondern orientiert sich am Konsum- und Einkaufsverhalten der Konsumenten, um gemeinsam die Wertschöpfung in unterschiedlichen Projekten und Bereichen anzugehen. Auch wenn wir hier keine Details dieser Projekte nennen oder präsentieren werden, können sie auch als aufmerksamer Konsument erkennen, in welchen Bereichen wir z. B. mit kundenspezifischen Projekten gemeinsam den Ausbau von Premiumprodukten und Initiativen unterstützen.
Danke für das Gespräch!

Autor: 
Redaktion.Handelszeitung