Direkt zum Inhalt
Ab 9. August 2016 leben wir "auf Pump", die natürlichen Jahresressourcen sind verbraucht.
Ab 9. August 2016 leben wir "auf Pump", die natürlichen Jahresressourcen sind verbraucht.
© thinkstock.com

Die Welt ist erschöpft

25.07.2016

Die westliche Art zu konsumieren produziert Schätzungen zufolge täglich rund 3,5 Millionen Tonnen Müll weltweit. Natürliche Ressourcen werden so schneller aufgebraucht, als sie nachwachsen können. Der Tag, an dem für 2016 alle Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht sind – der sogenannte „Overshoot Day“ – ist heuer der 8. August, so früh wie nie zuvor. WWF und Industrie haben über Lösungen diskutiert, „Cradle to Cradle“ gibt Hoffnung.

Anzeige

Am Donnerstag, dem 21 Juli 2016, haben auf Einladung des WWF Österreich Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über Lösungswege für eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft diskutiert. Einer der Teilnehmer war Franz Studener, Geschäftsführer Erdal GmbH, europäischer Vorreiter im Bereich Cradle to Cradle in der Reinigungsbranche.

„Lag der Overshoot Day in den 1970-er Jahren noch im Dezember, findet er heuer bereits am 8. August statt. Wir haben also schon im Sommer die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die bis Jahresende zur Verfügung stehen“, erläuterte Andrea Johanides, Geschäftsführerin des WWF Österreich. Jeden Tag produziert die Weltbevölkerung nach Schätzungen rund 3,5 Millionen Tonnen Müll. Die Auswirkungen auf unseren Planeten sind schon heute immens: In jedem Quadratkilometer der Meere schwimmen zehntausende Teile Plastikmüll, Schildkröten halten Plastiktüten für ihr Nahrungsmittel, Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton.

„Von der Wiege zur Wiege“

Das Cradle to Cradle-Konzept („Cradle“ engl. für „Wiege“) nimmt sich dieses Problems an und zeigt eine ganzheitliche Lösung auf. Die Natur kennt keinen Abfall, denn durch Verrottungs- und Verwesungsprozesse wird aus „Müll“ wie Laub, Ästen oder Tierkadavern wieder fruchtbarer Boden. Das Cradle to Cradle-Konzept nimmt sich dies zum Vorbild. Das heißt konkret: Jeder Bestandteil eines Produkts wird am Ende des Lebenszyklus wieder zu einer neuen Ressource.

Frosch „springt im Kreis“

Erdal war mit der Marke Frosch auch der Erste in Europa, der ein Reinigungsprodukt mit einer Cradle-to-Cradle-Gold-Zertifizierung auf den Markt gebracht hat. Das Kreislauf-Prinzip „Cradle to Cradle“ geht über konventionelles Recycling hinaus, da die Produkte in Kreisläufen geführt und entwickelt werden. Jeder Bestandteil eines Produktes wird am Ende des Lebenszyklus wieder zu einer neuen Ressource, deren Qualität erhalten bleibt (nähere Infos unter: http://epea-hamburg.org/). In den nächsten Jahren werden weitere zertifizierte Produkte folgen.

Franz Studener, Geschäftsführer der Erdal GmbH, schilderte die Herausforderungen an sein Unternehmen so: „Es reicht nicht, nur kritische Inhaltsstoffe aus dem Produkt zu entfernen. Cradle to Cradle passt den gesamten Produkt-Lebenszyklus an biologische und technische Kreisläufe an. Aus Erzeugersicht ist das richtige Produktdesign dabei das Um und Auf.“ Die pflanzlichen Inhaltsstoffe der Frosch-Produkte, die nach diesem Prinzip hergestellt werden, müssen vollständig in die Natur zurückfließen können. Bei der PET-Verpackung verwendet Erdal zu 100 % Recyclat, das zu 20 % aus den Sammlungen „Gelber Sack“/„Gelbe Tonne“ stammt. „Erdal hat in den vergangenen Jahren den CO2-Ausstoß um 80 Prozent reduziert“, sagt Studener.

Christian Holzer vom Umweltministerium sagte unter anderem: „Wir müssen über eine CO2-Abgabe nachdenken, über eine ökologische Steuerreform.“

Autor: 
Redaktion.Handelszeitung
Weitere Artikel