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Mit der Insolvenz des Feinkosthändlers Böhle hat Wien ein weiteres Traditionsgeschäft  verloren.
Mit der Insolvenz des Feinkosthändlers Böhle hat Wien ein weiteres Traditionsgeschäft verloren.
© www.thinkstock.de

Feinkost Böhle muss zusperren

30.06.2016

Das Wiener Traditionsgeschäft Feinkost Böhle steht vor dem Aus. 77 Jahre nach der Gründung hat die Familie Ruff am Handelsgericht Wien einen Konkursantrag eingebracht. Der Grund dafür sind erhebliche Umsatzeinbußen.

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Wie kurier.at und APA berichten, hat der Feinkosthändler Böhle, der seit 1939 in der Wiener Wollzeile zu finden war,  seine Rollbalken endgültig heruntergelassen. Die Eigentümerfamilie Ruff hat nach 77 Jahren am Handelsgericht Wien einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt.

Als Ursache für den Vermögensverfall werden Umsatzbußen angeführt. Die Reform des Korruptionsstrafrechts und strengere Complianceregeln hätten dazu beigetragen. Auch die Abwanderung des Handelsgerichts und des Finanzamtes in der Riemergasse soll Böhle zugesetzt haben. Laut kurier.at wurden im Konkursantrag keine Angaben über das Vermögen und die Schulden gemacht. Laut Bilanz zum 31. Jänner 2015 hatte der Betrieb rund 323.700 Euro Verbindlichkeiten  und wies einen Bilanzverlust in der Höhe von 33.800 Euro aus. Der Familienbetrieb soll bereits alle möglichen Reorganisationsmaßnahmen, vor allem im Personalbereich, getroffen haben. Die geringen Erlöse sollen aber eine Weiterführung unmöglich gemacht haben. Von der Insolvenz betroffen sind auch neun Mitarbeiter. Zwei weitere Gesellschaften der Familie Ruff sind von dieser Insolvenz aber nicht betroffen.

Autor: 
Redaktion.Handelszeitung