Direkt zum Inhalt
DI August Astl, Generalsekretär der Landwirtschaftskammer
DI August Astl, Generalsekretär der Landwirtschaftskammer
© LK Österreich

Generalsekretär der Landwirtschaftskammer kritisiert Marktmacht

28.08.2013

Nach den neuen Razzien in der vergangenen Woche bei Spar am Salzburger Hauptsitz und in Kärnten hat der Generalsekretär der Landwirtschaftskammer (LK), August Astl, gemeint, dass "die drei großen Handelsketten Rewe, Spar und Hofer in gewisser Weise die Preise diktieren". An die bäuerlichen Erzeuger gelangten aber immer weniger der Einnahmen. Die Preisvergleiche der Arbeiterkammer sehe man in der LK aber kritisch, da diese nur zwischen Österreich und dem "Geiz-ist-geil-Land" Deutschland durchgeführt werden.

Anzeige

Astl kritisierte die hohe Marktkonzentration der drei genannten Ketten von "80 Prozent". Diese "ungewöhnliche Marktmacht" werde oft dazu genutzt, "Druck auf Industrie, Gewerbe und bäuerliche Erzeuger auszuüben". Bauern hätten immer niedrigere Margen, auch die Fleischsparte sei sehr unter Druck geraten wegen des "Geiz-ist-geil"-Irrwegs.

 

Mehr Zusammenarbeit

 

Zwar würden die Ketten eine "beachtliche Treue zu österreichischen Produkten halten, die vom österreichischen Konsumenten gut angenommen werden". Aber: "Der Handel springt teils mit seinen Partnern grob um und kündigt gewisse Dinge wie etwa einen Umstieg auf eine europäische Eiweißfütterung von Tieren an, ohne das überhaupt besprochen zu haben", so Astl. Zu oft würden die Partner des Handels vor vollendete Tatsachen gestellt, die Lieferanten müssten dann schauen, wie sie dies bewältigen könnten. Die Ketten säßen am längeren Ast. Der Handel sei der Stärkere, mehr Zusammenarbeit sei angebracht, da die Erzeuger den Handel ja brauchten.

 

Den Preisvergleichen der Arbeiterkammer (AK) könne man aber nichts abgewinnen, weil man Preise in Österreich nicht mit jenen in Deutschland vergleichen könne. "Wenn in Österreich deutsche Verbraucherpreise herrschen würden, dann gebe es keine Bauern mehr", so Astl.

 

Der Landwirtschaft sei im Zuge der Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) versprochen worden, ihre Wettbewerbsstellung zu verbessern. "Mein derzeitiger Eindruck ist aber, für die Erzeuger bleibt nicht viel", bedauerte Astl für die Bauernschaft, die er mitvertritt. (Quelle: APA, 26.8.2013)

 

Autor: 
Redaktion.Handelszeitung
Weitere Artikel