Direkt zum Inhalt
„Arche Noah“-GF Beate Koller, „Bio Austria“-Obfrau Gertraud Grabmann und die stv. Bundesvorsitzende der PRO-GE, Klaudia Frieben (v. l.), übergaben die ersten 100.000 Unterschriften der Petition an Infrastrukturminister Gerald Klug.
„Arche Noah“-GF Beate Koller, „Bio Austria“-Obfrau Gertraud Grabmann und die stv. Bundesvorsitzende der PRO-GE, Klaudia Frieben (v. l.), übergaben die ersten 100.000 Unterschriften der Petition an Infrastrukturminister Gerald Klug.
© Arche Noah/ Bio Austria/ PRO-GE

Kein Patent auf Leben: 100.000 Unterschriften

27.04.2016

Die Petition „Keine Patente auf Pflanzen und Tiere“ hat in nur zwei Monaten über 100.000 Unterschriften von Unterstützerinnen und Unterstützern bekommen. Die bisher gesammelten Unterschriften und Unterstützungserklärungen wurden am 26. April 2016 von Vertreterinnen der Trägerorganisationen „Arche Noah“, Gewerkschaft PRO-GE und „Bio Austria“ symbolisch an den ressortzuständigen Infrastrukturminister Gerald Klug überreicht.

Anzeige

„Wir vertrauen auf Minister Klug, einen politischen Schulterschluss mit anderen europäischen Staaten zu ermöglichen, um der höchst fragwürdigen Praxis des europäischen Patentamtes ein Ende zu bereiten“, sagte „Arche Noah“-Geschäftsführerin Beate Koller bei der Übergabe an den Minister.

Minister Klug sicherte den Organisatoren der Petition bei dieser Gelegenheit seine Unterstützung zu. „Wir haben in Österreich einen breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens darüber, dass Pflanzen und Tiere von der Patentierbarkeit ausgenommen sein müssen. Ich werde mich daher auch auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass diese Patente auf Leben verboten werden“, betonte der Infrastrukturminister.

Hintergrund der Petition gegen Patente auf Leben ist die Tatsache, dass das Europäische Patentamt in überaus fragwürdiger Auslegung des europäischen Patentübereinkommens zunehmend Patente auf ganz gewöhnliche, ohne den Einsatz gentechnischer Methoden gezüchtete Pflanzen und Tiere genehmigt. Rund 180 Patente, welche klassische Züchtung von Pflanzen betreffen, sind bereits erteilt. Etwa 1200 Anträge auf derartige Patente sind bereits eingereicht worden.

„Mit der Kraft der Stimmen von über 100.000 Menschen hat die Politik nun ein starkes Instrument in Händen, um auf europäischer Ebene auf ein unmissverständliches Verbot von Patenten auf Pflanzen und Tieren hinzuwirken“, betonte „Bio Austria“-Obfrau Gertraud Grabmann. „Allerdings eilt es sehr, denn das Zeitfenster, um das Europäische Patentamt politisch zur Räson rufen zu können und die widerrechtliche Praxis der Patentierung von Leben zu stoppen, wird sich aller Voraussicht nach noch im Mai schließen.“

Autor: 
Redaktion.Handelszeitung