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© Signa

Signa übernimmt Galeria Karstadt Kaufhof komplett

11.06.2019

Die Signa-Gruppe von Investor René Benko hat die Minderheitsanteile der kanadischen HBC gekauft und ist nun Alleineigentümer der Kaufhausgruppe.

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Signa hatte zunächst in mehreren Schritten Karstadt und im vergangenen Jahr nach mehreren Anläufen auch die Mehrheit bei Kaufhof übernommen. HBC war bisher mit 49,99 Prozent am Einzelhandelskonzern beteiligt. Signa sicherte sich zudem sämtliche Anteile am bisher gemeinsamen Immobilienbestand. Der Kaufpreis liegt einer Mitteilung von HBC zufolge bei insgesamt rund einer Milliarde Euro. Die Einigung umfasst darüber hinaus, dass das belgische Warenhausunternehmen Galeria Inno ebenfalls vollständig bei Signa verbleibt. Hudson´s Bay Niederlande wird hingegen wieder eine 100%ige Gesellschaft von Hudson´s Bay Company.

Die Kanadier ziehen sich damit – wie von einigen Investoren schon länger gefordert – aus dem schwierigen Geschäft in Deutschland zurück. Knapp sieben Monate nach dem Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof könne der „für alle Mitarbeiter anspruchsvolle und herausfordernde Sanierungs- und Integrationsprozess mit hoher Verlässlichkeit auf der Eigentümerseite“ fortgeführt werden, wie Signa-Geschäftsführer und Galeria-Karstadt-Kaufhof-Chef Stephan Fanderl erklärt. „Die Entscheidungswege werden kürzer und einfacher – das ist wichtig und richtig.“

Von Sorgenkindern zur Profitabilität

Beide Traditionshäuser leiden seit Jahren unter der Konkurrenz von terrestrischen Billigarnbietern wie Primark sowie von Onlineanbietern wie Amazon oder Zalando. Allein bei Kaufhof sei im Ende Jänner abgelaufenen Geschäftsjahr ein Fehlbetrag in dreistelliger Millionenhöhe entstanden – nicht zuletzt durch das schwache Weihnachtsgeschäft.

Fanderl zeigte sich im Mai gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ überzeugt, dass der derzeit noch rote Zahlen schreibende Galeria-Karstadt-Kaufhof-Konzern schon bald profitabel sein werde. „Die Lage ist angespannt, aber wir sind optimistisch“, so Fanderl, der den „FAZ“-Angaben zufolge bis zum Geschäftsjahr 2020/21 wieder schwarze Zahlen erwartet.

Harter Sparkurs unter Beobachtung

Einsparungen erwartet der Manager durch Personaleinsparungen und durch verbesserte Konditionen im Einkauf. Der genaue Umfang des Personalabbaus hänge vom weiteren Verlauf der Sanierung ab – man wolle aber „nicht mehr Personal abbauen als nötig“. Bereits seit Jänner steht das Aus von rund 2.600 Jobs im Raum. 

Die deutsche Gewerkschaft ver.di fordert nach der vollständigen Übernahme von Galeria Karstadt Kaufhof durch die Signa-Gruppe nun ein tragfähiges Konzept für die Zukunft des Warenhausriesen. „Wir haben den Sachverhalt zur Kenntnis genommen“, sagte der Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel der Gewerkschaft, Orhan Akman, heute mit Blick auf die Übernahme. Die Gewerkschaft erwarte nun „die richtigen Entscheidungen für ein überzeugendes Zukunftskonzept, das diesen Namen auch verdient“. Zudem pochte die Gewerkschaft auf eine Rückkehr in die Tarifbindung.

 

Autor: 
Redaktion.Handelszeitung